Vorsicht kostet Rendite – warum das Sparkonto nicht immer die sicherste Wahl ist
Wir treffen im Alltag unzählige Entscheidungen darüber, wie viele Risiken wir eingehen. Beim Geld sind wir Frauen zögerlich – und lagern unser Geld am liebsten auf einem Sparkonto. Doch das ist selten die beste Strategie, denn gerade Frauen haben bei klugen Investitionen besonders viel zu gewinnen.
Männer legen an, Frauen sparen: In der Schweiz ist jede dritte Frau der Ansicht, dass ihr Geld nicht reicht, um es an der Börse anzulegen. Das zeigt eine Sotomo-Studie aus dem Jahr 2022. Hinzu kommen Ängste vor Kursverlusten sowie ein geringeres Vertrauen in das eigene Finanzwissen. Mehr als die Hälfte der Schweizerinnen lassen ihr Geld deshalb auf einem Sparkonto, weil sie überzeugt sind, dass es dort langfristig sicher und jederzeit verfügbar ist. Erkennst du dich wieder? Die vermeintliche Sicherheit ist trügerisch – und sie ist eine verpasste Chance, denn gerade wir Frauen profitieren von klugen Investitionen an den Kapitalmärkten.
Wann ist ein Sparkonto sinnvoll?
Eine hohe Zahnarztrechnung, eine teure Reparatur oder eine unerwartete Steuernachzahlung: Es ist eine gute Idee, einen gewissen Betrag als Liquidität auf der Seite zu haben. Für den «Fall der Fälle» gilt der Richtwert: Ein Betrag in Höhe von drei Monatsausgaben ist auf dem Sparkonto gut aufgehoben und sorgt bei kurzfristigen Engpässen für Sicherheit. Wertsteigerungen kannst du hier jedoch nicht erwarten, denn dafür bräuchte es ein Umfeld mit hohen Zinsen – und das ist derzeit nicht der Fall.
Warum ist das Sparkonto nicht immer die sicherste Wahl?
Viele Menschen verbinden ihr Sparkonto mit Sicherheit. Die Inflation macht dieser Gleichung leider einen Strich durch die Rechnung: Wenn das allgemeine Preisniveau steigt und ein halbes Kilo Kaffeebohnen im Detailhandel beispielsweise 5,40 Franken statt 4,90 Franken kostet, verliert das Geld an Wert.
Ähnlich verhält es sich auf dem Sparkonto – also genau dort, wo wir eigentlich Sicherheit erwarten. Bei grösseren Sparbeträgen fällt die Inflation besonders stark ins Gewicht, wie das fiktive Beispiel von Céline Widmer zeigt:
Mit 30 Jahren beginnt sie, jeden Monat 1'000 Franken auf ihr Sparkonto zu überweisen. Dafür bekommt sie von ihrer Bank einen Zinssatz von 0,075 %. Die jährliche Inflationsrate liegt bei 1 %.
20 Jahre später hat Céline Widmer 240'000 Franken angespart, worauf ihr die Bank insgesamt 2'000 Franken Zinsen gezahlt hat. Gleichzeitig beträgt der Wertverlust durch die jährliche Inflation 24'000 Franken.
Unter dem Strich verfügt Céline Widmer mit 50 Jahren also nur noch über ein Sparkapital von 218'000 Franken. Anders ausgedrückt: Ihre Vorsicht hat sie viel Geld gekostet.
Anhand dieses Beispiels wird deutlich: Wer Geld spart, muss sicherstellen, dass der Wert erhalten bleibt. Der Ertrag des angesparten Kapitals muss die Inflationsrate also mindestens ausgleichen. Im aktuellen Umfeld der Niedrigzinsen ist das ein eher unwahrscheinliches Szenario.
Was, wenn ich auf einmal einen grösseren Geldbetrag benötige?
Vielleicht gehörst du zu den vielen Frauen, die nur zaghaft investieren, weil sie jederzeit frei über ihr gesamtes Sparkapital verfügen wollen. Das ist ein verständliches Bedürfnis, aber dazu muss man wissen: Viele Banken definieren in ihren Bedingungen Rückzugslimiten, also Beträge, die in einer gewissen Zeitspanne auf einmal abgehoben werden dürfen. Je nach Bank sind das zwischen 10'000 und 50'000 Franken pro Jahr. Benötigst du kurzfristig mehr Geld, musst du den Bezug in der Regel bis zu drei Monate im Voraus ankündigen – oder einen Strafzins auf den Betrag zahlen, der die vereinbarte Limite übersteigt. Je nach Bank liegt dieser Strafzins meist zwischen 0,5 % und 2 % des vorzeitig bezogenen Betrags. Das klingt nach wenig, aber bei hohen Beträgen können selbst kleine Prozente sehr schmerzhaft sein.
Du siehst: Auch das Nicht-Investieren ist ein Risiko, gerade wenn grössere Summen über lange Zeit auf dem Sparkonto liegen bleiben. Die Inflation und das tiefe Zinsniveau sorgen dafür, dass dein Vermögen dort eher schrumpft als wächst.
Warum lohnt es sich, zu investieren?
Die Angst, an der Börse Geld zu verlieren, sitzt bei vielen Frauen tief. Viele befürchten, genau in dem Moment einen Kursverlust erleiden, wenn sie auf ihr Geld zugreifen wollen. Vielleicht geht es dir auch so? Hier musst du wissen: Bei einem langen Anlagehorizont spielt der Einstiegszeitpunkt eine untergeordnete Rolle. Ein weiteres, ebenfalls fiktives Beispiel entschärft die Sorge zusätzlich:
· Luzia Meyer beginnt mit 30 Jahren, jeden Monat 1'000 Franken zu investieren. Die jährliche Anlagerendite abzüglich Kosten liegt bei 3,0 %, was einer moderaten Anlagestrategie entspricht.
· 20 Jahre später verfügt Luzia Meyer mit einer hohen Wahrscheinlichkeit über ein Kapital von 332'000 Franken.
· Inflationsbereinigt besitzt Luzia Meyer mit 50 Jahren somit 79'000 Franken mehr als Céline Widmer, die ihr Geld auf dem Sparkonto gelassen hat.
Es stimmt: Langfristig angelegtes Kapital unterliegt gewissen Kursschwankungen und Risiken. Gleichzeitig zeigt die Gegenüberstellung von Céline Widmer und Luzia Meyer: Investitionen an Kapitalmärkten werfen langfristig mehr ab als die Zinsen auf dem Sparkonto. Gerade Frauen profitieren hier besonders, denn statistisch gesehen leben sie länger als Männer, haben jedoch zugleich tiefere Einkommen und grössere Lücken in der Vorsorge – Situationen, die sie mit klugen Investitionen ausgleichen können. Investieren ist mehr als ein – kalkulierbares – Risiko: Es ist eine Möglichkeit, für sich selbst und für andere vorzusorgen.
Was, wenn ich doch kein Risiko eingehen möchte?
Jeden Tag setzt du dein Leben verschiedenen Risiken aus: Morgens nach dem Aufstehen könntest du in der Dusche ausrutschen und dir den Rücken verrenken. Beim Autofahren besteht die Gefahr eines Unfalls, beim Kochen könntest du dich verbrennen – und abends beim Sport kann es sein, dass du dir ein Bein brichst oder einen Muskel zerrst. Ähnlich verhält es sich beim Investieren: Du entscheidest selbst, wie du mit deinem Geld umgehen möchtest und wann eine Kursänderung sinnvoll ist. Ganz ohne Risiken geht es aber auch bei den Finanzen nicht, denn wir haben es gesehen: Auch das Sparkonto ist keine Nullrisikostrategie.
Wo fange ich an?
Du bist noch immer unsicher? Du wünschst eine erste Auslegeordnung oder eine Strategie für deine Investitionen? Du brauchst keine Million, um dein Geld für dich arbeiten zu lassen – nur den Mut, den ersten Schritt zu machen. Gerne stehe ich dir dabei zur Seite und erstelle mit dir einen Plan, der zu dir passt und der dein Geld nicht nur verwaltet, sondern langfristig schützt. Kontaktiere mich gerne für ein unverbindliches Erstgespräch – ich freue mich auf dich!
Über die Autorin
Melina Scheuber
Melina Scheuber ist zertifizierte und unabhängige Finanzexpertin mit über 20 Jahren Praxiserfahrung in der Schweiz. Ihre Mission: Frauen und Familien dabei zu unterstützen, ihr Vermögen gezielt aufzubauen und langfristig zu schützen. Damit schafft sie die Grundlage für das, was im Leben wirklich zählt: wertvolle Zeit mit den Liebsten und Raum, um Träume zu verwirklichen.