Wie du mit wenig Aufwand zur Investorin wirst
Bei vielen Frauen hat Investieren einen schlechten Ruf: Sie verbinden es mit komplizierten Entscheidungen, schwer abschätzbaren Risiken und viel Aufwand. Erkennst du dich wieder? Dann solltest du weiterlesen, denn in diesem Artikel möchte ich dir zeigen, dass es weder ein Finanzstudium noch einen täglichen Blick auf die Börsenkurse braucht, um mehr aus deinem Geld zu machen.
Auch beim Geld investieren gilt: Aufschieberitis ist keine gute Idee
Gerade wir Frauen tendieren dazu, die Komplexität von Geldanlagen zu überschätzen und deren Potenzial zu unterschätzen. Hinzu kommt unsere Psychologie: Die Angst, Fehler zu machen, führt häufig dazu, dass wir gar nicht erst handeln. Statt eine möglicherweise falsche Entscheidung zu treffen, entscheiden wir uns deshalb für keine Entscheidung. Das Resultat: Wir schieben das Thema auf die lange Bank und lassen das Geld dort, wo es vermeintlich sicher ist: auf dem Sparkonto.
Das Sparkonto ist vertraut, unkompliziert und jederzeit verfügbar. Nur: Viel Wachstum ist dort nicht zu erwarten, denn die tiefen Zinsen und die Inflation sorgen dafür, dass dein Geld dort mit der Zeit an Wert verliert. Dabei sollten gerade Frauen den Schritt zu den Geldanlagen wagen, denn sie arbeiten häufiger Teilzeit und leben länger als Männer – zwei gewichtige Gründe für ein finanzielles Standbein und eine Altersvorsorge in Form von Geldanlagen, beispielsweise als Ergänzung zur Pensionskasse.
Wenn du dich jetzt fragst: «Ok, aber wo soll ich anfangen?», dann habe ich eine gute Nachricht für dich: Der Einstieg ins Investieren ist heute einfacher denn je. Wichtiger als die perfekte Strategie ist, dass du überhaupt anfängst. Denn Vermögen entsteht selten durch einzelne geniale Entscheidungen, sondern durch konsequentes Handeln über viele Jahre hinweg.
Damit dir der Einstieg leichter fällt, habe ich die wichtigsten Schritte zusammengestellt, die dir helfen, mit wenig Aufwand zur Investorin zu werden.
Schritt 1: Die richtige Einstellung zu Geld entwickeln
Bevor es um ETFs, Aktien oder Anlagestrategien geht, lohnt sich ein Blick auf die eigene Haltung zum Thema Geld. Viele Frauen engagieren sich im Job, in der Familie und im Alltag, beschäftigen sich hingegen nur selten bewusst mit den eigenen Finanzen. Dabei beeinflusst Geld nahezu jeden Lebensbereich. Sich mit dem Thema auseinanderzusetzen bedeutet nicht, materialistisch zu sein. Es bedeutet, Verantwortung für die eigene Zukunft zu übernehmen.
Ein gesundes Money Mindset beginnt deshalb mit der Erkenntnis, dass finanzielle Themen keine Belastung darstellen, sondern mehr Freiheit und Sicherheit schaffen können.
Schritt 2: Eine sichere Grundlage schaffen, bevor du investierst
Gerade Frauen verbinden Geldanlagen mit riskanten Manövern, Crashs und der Angst, an der Börse Geld zu verlieren. Eine gesunde Vorsicht ist dabei durchaus hilfreich, sie macht Frauen übrigens auch zu guten Investorinnen. Zudem lohnt es sich, zunächst einen Notgroschen als finanzielles Polster aufzubauen – das ist dein Sicherheitsnetz für unerwartete Ausgaben. Der Rest kann für dich arbeiten. So verbindest du das Beste aus beiden Welten: Du kannst bei Bedarf auf ein sicheres Polster zurückgreifen und gleichzeitig Vermögen aufbauen. Last but not least: Wer weiss, dass jederzeit ausreichend Liquidität vorhanden ist, kann Marktschwankungen deutlich gelassener begegnen.
Schritt 3: Nur in Dinge investieren, die du (wirklich) verstehst
Erfolgreiches Investieren beginnt nicht mit der Suche nach dem höchsten Gewinn, sondern damit, die Grundlagen zu verstehen. Wenn du nachvollziehen kannst, wie eine Anlage funktioniert und warum du darin investierst, fällt es leichter, auch in unruhigen Marktphasen ruhig zu bleiben. Viele Menschen fühlen sich zudem wohler, wenn ihre Investments zu ihren persönlichen Werten passen – beispielsweise durch nachhaltige oder verantwortungsbewusste Anlagelösungen. Zu wissen, dass sein Geld im Sinne der eigenen moralischen und ethnischen Vorstellungen investiert wird, gibt ein gutes Gefühl und Sicherheit beim Investieren.
Schritt 4: Einfach anfangen und möglichst viel automatisieren
Auch wenn viele Anlegerinnen und Anleger immer wieder darauf warten: Den perfekten Einstiegszeitpunkt gibt es nicht. Viel wichtiger ist es, überhaupt zu starten. Bereits kleine monatliche Beträge können über die Jahre eine grosse Wirkung entfalten. Besonders einfach wird es, wenn du diese monatlichen Beträge automatisierst, beispielsweise in Form eines Dauerauftrags. So stellst du sicher, dass du regelmässig investierst – ohne dass du dich jeden Monat wieder aufs Neue damit auseinandersetzen musst. Investieren wird so Teil der persönlichen Routine, ähnlich wie die Miete deiner Wohnung, Versicherungsprämien oder andere feste Ausgaben – mit dem Unterschied, dass du hier am Ende tendenziell mehr auf der Seite haben wirst.
Schritt 5: Geduldig bleiben und langfristig denken
Läufst du gerne? Dann weisst du wahrscheinlich, dass man einen Halbmarathon nicht von heute auf morgen gewinnt. Ähnlich ist es beim Investieren: Es lohnt sich, langfristig zu denken.
Krisen, politische Ereignisse, Inflation oder Börsenrückgänge gehören dazu und sind kein neues Phänomen. Wenn du eine durchdachte Strategie verfolgst, sorgen kurzfristige Schwankungen nicht so schnell für Verunsicherung. Es ist wie beim Laufen: Langfristiger Erfolg entsteht häufig durch Geduld, Disziplin und die Fähigkeit, dranzubleiben, wenn andere aufgeben.
Schritt 6: Selbstständig denken und Geld zum Thema machen
In einer Partnerschaft überlassen viele Frauen die Finanzen ihrem Partner. Ich halte das für einen Fehler und möchte dich dazu ermutigen, dich auch hier aktiv einzubringen und im Sinne deiner finanziellen Unabhängigkeit selbstbewusst Entscheidungen zu treffen. Besprich eure finanzielle Situation regelmässig mit deinem Partner oder deiner Partnerin. Schaue dir deine Vorsorge im Detail an, verschaffe dir einen Überblick über Versicherungen und Erspartes und sorge dafür, dass Geld auch in einer Partnerschaft nicht zum Tabu wird.
Schritt 7: Nicht alles alleine machen
Finanzielle Bildung bedeutet nicht, dass du jede Anlageentscheidung selbst treffen musst. Gerade am Anfang kann professionelle Unterstützung helfen, Struktur in die eigenen Finanzen zu bringen und typische Fehler zu vermeiden. Wenn du über grössere Vermögenswerte verfügst oder du dich unsicher fühlst, kann eine unabhängige Finanzberatung sehr sinnvoll sein, denn in diesem Rahmen entsteht eine langfristige und solide Strategie, die auf deine persönliche Situation abgestimmt ist.
Brauchst du Unterstützung bei der persönlichen Anlagestrategie? Melde dich gerne bei mir – ich freue mich, dich kennenzulernen.
Über die Autorin
Melina Scheuber
Melina Scheuber ist zertifizierte und unabhängige Finanzexpertin mit über 20 Jahren Praxiserfahrung in der Schweiz. Ihre Mission: Frauen und Familien dabei zu unterstützen, ihr Vermögen gezielt aufzubauen und langfristig zu schützen. Damit schafft sie die Grundlage für das, was im Leben wirklich zählt: wertvolle Zeit mit den Liebsten und Raum, um Träume zu verwirklichen.